Manchmal verbirgt sich das Schöne in der eigenen Nachbarschaft, ohne das man davon weiß. Und man entdeckt es durch Zufall, so wie ich heute. Eigentlich hatten die Steph und ich eine Tour in die Eifel geplant. Aber da Wechselwetter angesagt war, haben wir uns gegen eine längere Anreise entschieden und uns stattdessen die Gegend um Korschenbroich (Info) angeschaut.

Schlösser, Felder, Wälder und Wohngebiete – die Wanderung durch Korschenbroich verspricht Abwechslung

Geparkt haben wir am Bahnhof von Kleinenbroich, dem Start- und Zielpunkt unserer Tour. Platz zum Parken gibt es genug und zur Stärkung nach der Wanderung gibt es eine Eisdiele und einen TakeAway Sushi, die ich beide sehr empfehlen kann. Aber erstmal folgt mir auf 17 abwechslungsreiche Kilometer:

Wir wandern entlang der Bahnlinie Richtung Westen und verlassen schnell das Industriegebiet in grünere Gefilde. Die Tour ist nicht abseits der Zivilisation, wer also die Einsamkeit sucht, ist hier falsch. Es wechseln sich immer wieder Wohngebiete mit Feldern, Wiesen und Wälder ab und auch die eine oder andere Straße muss überquert werden. Mir gefällt dieser Wechsel und es wird nicht langweilig.

Tische im Wald von Korschenbroich
Pause gefällig? Im Willi-Hannen-Park ist der Tisch gerichtet.

Ein Bach zeigt uns den Weg, zumindest zu Beginn der Tour

Haus Horst in Korschenbroich
Wir laufen auf Haus Horst zu.

Nachdem wir die L381 überquert haben, folgt der Wanderweg dem Triet, einem spannenden kleinen Bach, der sich durch die Landschaft schlängelt. Seine Ufer sind sumpfig und es wächst Schilf. Das sieht toll aus und wir bleiben immer mal wieder stehen und freuen uns über den Anblick. Leider ist es mir nicht gelungen, ein schönes Foto zu machen… ich hoffe mal auf die fotografischen Fähigkeiten von Steph, sie hat heute mehr Wasser abgelichtet als ich.

Wir bleiben am Bach und durchqueren an seiner Seite den Willi-Hannen-Park. An einer Kleingarten-Kolonie verlassen wir den Triet und kommen über Felder und satte grüne Wiesen zu Haus Horst. Der im Wasser liegende ehemalige Rittersitz sieht einfach toll aus. Er steht unter Denkmalschutz und wurde zehn Jahre lang aufwändig restauriert. Gerne hätte ich ihn genauer angeschaut, aber er ist nicht zu besichtigen. Wir können nur übers Wasser hinüberblicken.

Haus Horst in Korschenbroich
Haus Horst

Korschenbroich Liedberg – mehr als nur ein Stadtteil

Mühlenturm von Liedberg
Der Mühlenturm von Liedberg

Weiter geht es über Feldwege bis nach Liedberg. Ein wunderschöner kleiner Ort und einer meiner neuen Lieblingsplätze in der Region. Wir erreichen ihn nach einem “Umweg” über den Inselberg Liedberg. Diese Quarzitkuppe entstand vor über einer Million Jahre und ist mit seinen stattlichen 84 m ü. NN eine der höchsten Erhebungen am linken Niederrhein. Naja… was wäre eine Wanderung ohne einen kleinen Anstieg. Aber ich muss schon sagen, so schnell war ich noch nie auf einem Berggipfel.

Liedberg bei Korschenbroich
Blick aus dem Mühlenturm auf die Schloßkapelle und Schloss Liedberg

Am Ende des Anstiegs kommen wir zuerst an Schloss Liedberg vorbei. Die Höhenburg aus dem 13. Jahrhundert wurde im zweiten Weltkrieg von einer Bombe getroffen und teilweise zerstört. Heute sieht man davon nichts mehr. Wir konnten uns vom Dach des Mühlenturms aus davon überzeugen. Der sieben Stockwerke hohe Turm kann für eine Gebühr von 50 Cent besichtigt werden.

Geocaches – manchmal sind sie einfach nicht zu finden

Auf der fünften Etage des Mühlenturm ist übrigens ein Geocache versteckt… leider konnten wir ihn nicht finden. Wenn einer von euch einen Tipp hat, wo ich beim nächsten Mal suchen muss, freue ich mich über eine Info. Aber auch so war die Aussicht die Besteigung allemal wert! Und besonders bei dem tollen Wetter heute. Von dem angekündigten Regen war weit und breit nichts zu sehen.

Blick über Liedberg
Toller Ausblick vom Mühlenturm über Liedberg und Schloss Liedberg

Auf unser heutigen Wanderung sind wir nur kurz in Lindberg, aber ich werde mir mal einen Nachmittag Zeit nehmen und mir alles in Ruhe und ausgiebig angucken. Einen Adventure-, einen Earth- und ein paar Mysterie-Caches gibt es auch noch zu entdecken. Freu mich schon drauf.

Aber jetzt machen wir uns erstmal auf den Rückweg zurück nach Kleinenbroich. Wer mag, macht noch einen kleinen Abstecher zu Haus Fürth, eine Fachwerkwasserburg aus dem 15. Jahrhundert. Es befindet sich in Privatbesitz – hmmm, so ein Gebäude würde mir auch gut gefallen.

Die letzten fünf Kilometer wandern wir gemütlich über Felder und kleine Ortsteile. Es gibt noch ein bisschen Bärlauch am Wegesrand zu pflücken und am Ende genehmigen wir uns ein leckeres Eis mit Sahne. Lecker und verdient.

Fazit

Eine schöne und abwechslungsreiche Wanderung durch Korschenbroich. Die Wege sind breit und entspannt zu gehen, perfekt, um zu plaudern und sich dabei immer wieder von tollen Wegstücken, Burgen, Schlössern und Naturschutzgebieten überraschen zu lassen. Wer die 17 Kilometer nicht wandern möchte, kann auch problemlos mit dem Rad fahren. Dann ist die Tour sicher auch was für Kinder. Von meiner Seite auf jeden Fall eine Empfehlung!

Den Track zur heutigen Tour könnt ihr euch bei Outdooractive anschauen und herunterladen. Folgende Geocaches liegen direkt am Weg: GC7MBAE, GC7N1GR, GC7MB7D, GC7MMT3 und GC2HG1K. Viele andere liegen in der Nähe und es gibt auch ein paar Mysterien und Adventures. Schau mal selber.

Für die Statistik
17,0 km
4 Stunden 20 Minuten in Bewegung
1 Stunde 13 Minuten Pause
3,9 km/h reine Gehzeit
3,1 km/h inkl. Pause

 

Wo man mich noch findet:

2 Kommentare zu “Die Burgen und Schlösser rund um Korschenbroich

  1. Eine wundervolle Gegend!
    Liebe Sonntagsgrüße!

  2. Hallo Jutta,
    ich denke nicht, dass ich in den kommenden Tagen dazu kommen werde, unsere Route zu dokumentieren. Auch wenn ich jetzt Dank Deiner Planung und diesem ausführlichen Bericht jetzt wenigstens weiß, welches Bächlein und Städtchen ich fotografiert habe!
    Und vermutlich habe ich mit Geocaching ein neues Hobby gefunden, welches sich perfekt mit meiner Vorliebe für Outdoor kombinieren lässt. Vielen Dank für die detaillierte Einweisung und die schöne Zeit „Irgendwo im Nirgendwo”.

    Bis zur nächsten Tour,
    Steph

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