Gut erholt (kein Wunder nach der abendlichen Entspannung in den Kristall Rheinpark-Thermen) geht es auf die erstmal letzte Etappe meiner dreitägigen Rheinsteig Tour. Heute mache ich mich auf den Weg von Bad Hönningen nach Leutesdorf, auf den Spuren des Geocaches “Wandertag – Rheinsteig #4“.

Meine Pensionswirtin empfiehlt mir eine Abkürzung zum Rheinsteig und ich fange bereits nach den ersten 300 Metern an zu fluchen. Sie sagte was von “Am Kreisverkehr abbiegen”… von einem Kreisverkehr ist aber weit und breit nichts zu sehen. Stattdessen gehe ich quer durchs Industriegebiet, an einer Bundesstraße entlang und über einen Acker – na super! Das fängt ja gut an. Doch kurz nach der Römer-Welt gelange ich dann oberhalb von Bad Hönningen doch wieder auf den Rheinsteig.

Hier geht es runter zum... und gleich drüben wieder hoch.

Hier geht es runter zum Lampenthaler Hof… und gleich drüben wieder hoch.

Ein Stück plätschert der Weg noch gemütlich dahin, bis es in Arienheller leicht bergan geht. In den Weinbergen kurz nach der Adenauer Hütte wird es dann richtig steil – wie hatte ich das vermisst. Es hilft nichts, also arbeite ich mich Stück für Stück den Berg hinauf und gehe dann gemütlich durch ein schönes Waldstück. Kaum habe ich mich von dem Anstieg erholt, geht es auch schon wieder richtig steil runter, nur damit der Weg auf der anderen Seite der Straße wieder ansteigen kann. Es geht vorbei an blöckenden Schafen . Am Lampenthaler Hof genieße ich die Aussicht über die Wiesen auf dem Weg bergauf.

Blick zurück auf Rheinbrohl

Blick zurück auf Rheinbrohl und hinten, wo es qualmt, ist Bad Hönningen

Ich streife Rheinbrohl und werfe einen Blick zurück auf die evangelische Kirche. Jetzt folge ich dem Rheinsteig wieder hinauf über Wiesen, vorbei an Schrebergärten und Pferdekoppeln, hinauf zum Ehrendenkmal bis zum Rheinbrohler Ley. Ein gewaltiger Aufstieg, aber zum Glück kann kann ich in der sehr sauberen Hütte auf dem Ley die Beine ausstrecken und erst einmal durchatmen. Geschafft. Toll ist es hier, mein Blick geht weit zurück und genauso weit voraus. Wo genau will ich hin? Wo komme ich her? Kann ich etwas erkennen? Ein Fernglas wäre hier nicht schlecht. Vielleicht etwas, was ich meiner Wanderausrüstung noch hinzufügen sollte.

Panoramablick am Rheinbrohler Ley

Panoramablick am Rheinbrohler Ley

Kaffeepause

Kaffeepause

Nach einer ausgiebigen Pause und einer kleinen Stärkung folge ich wieder dem Weg. Wie sollte es anders sein, geht es steile Treppen runter und sofort die gleichen Höhenmeter wieder hinauf. Ich treffe eine muntere Wanderergruppe und wir jammern gemeinsam ein bisschen über das ständige Auf und Ab. Hihi – schön ist es, Leidensgenossen zu treffen, die sich trotzdem auf jeden Höhenmeter freuen. Auf der anderen Seite oben angekommen, führt ein wirklich tolles Wegstück an einer Kuhweide entlang, bis es in ein ausgedehntes Waldgebiet geht, in dem der Weg mich stetig über Serpentinen nach unten ins Tal bis nach Hammerstein führt. Da ich den Reiseführer im voraus gelesen habe, weiß ich, dass mir der nächste Anstieg bevor steht – nämlich bis zur Burg Hammerstein. Ein Grund, mir hier unten erst mal einen Ort für eine Kaffeepause zu suchen. Das ist gar nicht so einfach – aber beim Weingut Scheidgen  wurde mir geholfen. Es gab frisch aufgebrühten Kaffee, einen Sonnenplatz auf der Terrasse mit Blick auf die Burgruine und einen Wasserhahn, um meine Trinkblase wieder aufzufüllen.

Pausenmodus

Pausenmodus auf dem Weg zum Rheinbrohler Ley

Der Anstieg zur Burg geht dann leichter als gedacht… ob ich schon langsam Übung habe? Der kleine Abstecher zur Ruine lohnt sich, nicht allein deshalb, um mal wieder die tolle Aussicht zu genießen. In einer weiten Rechtskurve geht es schließlich hinein in die Weinberge und dann wieder hinauf über Leutesdorf. Unten neben der Hauptstraße, die direkt am Rhein entlang führt, wird gerade ein Fahrradweg gebaut und man hat von oben einen schönen Blick auf die Baustelle. Die Sonne schien und ich freute mich, dem Final des Caches “Wandertag – Rheinsteig #4” näher zu kommen. Erst ging es aber noch über den Leutesdorfer Kunst- und Kulturweg und die Weinberge hinauf und dann… nix. Ich habe gesucht und gesucht, bin geklettert und abgerutscht, wurde von Brombeerhecken und sonstigem Geäst zerkratzt, aber die Dose mit dem Final war nicht zu finden. Grmpfel. Egal – der Weg ist ja bekanntlich das Ziel und Heute ist nicht alle Tage – ich komme wieder – keine Frage.

Panoramablick vom Burgturm Hammerstein

Panoramablick vom Burgturm Hammerstein

Belohnung

Belohnung

Der Cache hätte mich jetzt eigentlich runter zum Bahnhof von Leutesdorf geführt – ich wähle aber noch mal den Weg hinauf, da Albert und das Auto, dass mich zurück nach Hause fährt, in der Brombeerschenke auf mich warten (ich selber habe diesen Treffpunkt vorgeschlagen… wenn ich vorher gewusst hätte, dass der Weg dorthin über den “Kniebrecherweg” steil bergauf führt, hätte ich mich wo anders einsammeln lassen). Egal – nach 21,4 km und gut 9 Stunden voll mit steilen An- und Abstiegen, Wiesen, Feldern, Fernblicken, Weinbergen und Wäldern, habe ich mich zufrieden in den Stuhl auf der Terrasse der Gaststätte plumpsen lassen, wo für mich bereits eine Waffel mit heißen Brombeeren, Eis und Sahne bestellt war.  Später gab es noch einen Brombeer Punsch und Wildragout mit Brombeersoße, bevor es gemütlich im Auto zurück nach Rommerskirchen geht. Ich bin froh, für dieses Mal fertig zu sein und voller Vorfreude auf die nächste Tour… schließlich habe ich ja noch ein paar Kilometer Rheinsteig vor mir.

Hier noch zwei Geocaches am Rand dieser Tour: GC238MG und GC1TB3E (welchen ich wegen extrem hoher Muggeldichte ausgelassen habe). Den GPX-Track zur Tour findet ihr hier.

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Für die Statistik:

21,4 km
5 Stunden 33 Minuten in Bewegung
3 Stunden 31 Minuten Pause
3,9 km/h in der reinen Gehzeit
2,4 km/h inkl. Pause

Höhenmeter für diese Strecke ca. 800

Wo man mich noch findet:

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