Jetzt steht meine Rheinsteig-Wanderung fest und ich habe mich dazu entschieden, vorher zu trainieren. Nichts ist nämlich peinlicher, als groß überall von den eigenen Plänen zu berichten und dann auf der Strecke zu versagen. Außerdem müssen meine neuen Schuhe und die Klamotten (s. Blogpost Ausstattung) ja eingelaufen und getestet werden.

Auf Wanderwege in NRW habe ich mir den Rundwanderweg Durch das Neandertaler in Mettmann rausgesucht. 12 km hören sich super an für den Anfang und Marc hat mir berichtet, dass der Weg gut ausgeschildert ist. Ich kann mich also nicht verlaufen.

Am Abend vorher habe ich mir schon die Sachen rausgelegt und ein bisschen was zu futtern besorgt. Den Rucksack habe ich mit “Kampfgewicht” beladen – also so, wie ich ihn auch auf den drei Tagen Rheinsteig packen werde. Jetzt ab ins Bett, damit es ausgeruht los gehen kann.  Am Morgen bin ich dann frohen Mutes aufgestanden, hab mich geräkelt, geduscht, die Klamotten angelegt und… aus dem Fenster geguckt. Es REGNET. Boahhh – muss das sein?!? Aber… was soll’s – auf dem Rheinsteig kann ich mir das Wetter auch nicht aussuchen. Also muss ich jetzt nicht anfangen, einen auf Pussi-Wanderer zu machen. Regen oder nicht – ich fahre los zum Wanderparkplatz Winkelsmühler Weg nach Erkrath.

Die Strecke durchs Neandertal ist wirklich schön. Selbst bei Regen. Obwohl ich schon sagen muss, dass ich die ersten 5 km ausschließlich mit mir selbst beschäftigt war. Wie ziehe ich den Rucksack richtig auf, Hüftgurt zu oder auf (schneidet doch ganz schön in den Bauchspeck das Ding und wie dämlich sieht das dann aus, wenn mir Leute entgegen kommen), Schultergurte enger oder etwas lockerer? Sitzt der auch richtig auf der Hüfte? Oder trage ich doch das ganze Gewicht auf den Schultern? Fragen über Fragen…

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Fragen über Fragen

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Ich bin nass!

Und dann die Regenjacke… ganz schön schwül-warm das Wetter – da ist es mit Regenjacke eigentlich zu warm. Aber ohne viel zu dick. Die Brille beschlagen und leicht genervt suche ich verzweifelt nach dem richtigen Mittelweg. Da sehe ich es – an der Unterseite meiner Arme sind Reissverschlüsse zur besseren Durchlüftung. Nix wie auf damit. Oder doch besser zu? Am besten funktioniert es, wenn ich die Arme einfach durch die Öffnungen nach draußen strecke. So ist der Oberkörper trocken, aber durch die nackten Arme, die rausgucken, wird mir nicht so warm. Sieht sicher auch Scheiße aus… aber egal. Komfort geht vor *g.

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Zur Strecke selber gibt es nicht viel zu sagen. Los geht es durch das Düsseltal, an Wildgehegen vorbei, an den Menschenspuren (ist ja schließlich das Neandertal, wo es mal die Neandertaler gegeben hat) links bis hin zum Museum. Dann weiter bergauf über schmale Pfade zwei Mal links über freie Flächen und zurück zum Auto. Man wird alle paar Meter an den vergangen Sturm erinnert. Überall umgestürzte Bäume, teilweise auch über dem Weg – eine schöne Kletterpartie. Mir kommen immer wieder Mountainbiker entgegen – die hätte ich mal gerne ihre Räder über die dicken Stämme schleppen sehen :-).

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Fazit der 1. Runde: Ich war platt! Die letzten 800 m zogen sich wie Kaugummi, ich war nass, habe geschwitzt und aufs Auto gefreut. Wie soll ich nur 24 km durchhalten? Und das drei Tage nacheinander? In der anschließenden heißen Badewanne nehme ich mir noch mal den Reiseführer vor. Ein bisschen besorgt über meine eigene Courage aber doch immer noch voller Euphorie. Es wird so GEIL werden!

Ach ja… das Material hat gehalten was es versprach. Die Schuhe waren bequem, ich habe mir keine Blasen gelaufen. Die Hose saß perfekt und machte jede Bewegung (auch das Klettern über Baumstämme) mit. Das Gewicht vom Rucksack war auch ok. Ein paar Wanderstöcke sollte ich mir noch besorgen und auf jeden Fall einen Regenschutz für den Rucksack – die oberste Etage war nämlich durchnässt.

Den GPX-Track könnt ihr euch hier runterladen.

WP_20140705_029Für die Statistik:
12,95 km
2 Stunde 30 Minuten in Bewegung
35 Minuten Pause
5,2 km/h in der reinen Gehzeit
4,2 km/h inkl. Pause

Wo man mich noch findet:

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