10 - 20 km Wandern Wandern auf Mallorca Wandern in Spanien

Wandern auf Mallorca – Über den Talaia d’Alcúdia zur Platja des Coll Baix

Wandern bei Alcudia auf der Halbinsel Halbinsel Victòria

Die drei Kreuze auf dem Weg zum Talaia d’ Alcúdia

Bekanntlich ist es auf Mallorca ja im Sommer ziemlich heiß. Zu heiß zum Wandern eigentlich. Kein Wunder, dass ich mich über einen bewölkten Tag mit “nur” 30°C freue und direkt eine Wanderung plane. Ich erkunde die Halbinsel Victòria bei Alcúdia auf einem knapp 14 km langen Rundweg zu Fuß.

Diese traumhafte Wanderung führt mich auf den knapp 450 Meter hohen Talaia d’Alcúdia, weiter zur türkis leuchtenden Platja des Coll Baix und durch das steinige Tal Coll des Fontanelles zurück zum Kloster Ermitá de la Victoria, wo ich meine Tour auch beginne. Lasst euch nicht von den tollen Fotos im Beitrag täuschen – eigentlich ist es noch viel schöner.

Traumwanderung über die Halbinsel Victòria in der Nähe von Alcúdia

Wandern auf Mallorca bei Alcúdia

Der Talaia d’Alcúdia kommt in Sicht. Rechts sieht man auf die Bucht von Port de Pollença

Los geht es am alten Klostergemäuer der Ermitá de la Victòria. Diese Stelle kann man problemlos (was auf Mallorca nicht bei allen im Netz zu findenden Parkplätzen der Fall ist) mit dem Wagen erreichen und genügend Parkplätze gibt es auch. Ich lasse mich von Albert absetzen und starte meine heutige Wanderung im Uhrzeigersinn.

Wandern Alcúdia

Langsam wird der breite Weg zum Pfad. Es geht rauf auf den Talaia d’Alcúdia

Anfangs wandere ich auf einem breiten Weg aufwärts. Ich komme bei dem Wetter schnell ausser Atem, kann aber nach wenigen Metern schon guten Gewissens eine Pause einlegen. Ein kleiner Wegweiser zu den „Ses Tres Creus“ macht mich neugierig und ich schaue, was es zu sehen gibt. Wenige Meter vom Weg entfernt stehen drei Kreuze. Dieser Ort mit der tollen Aussicht ist einen kleinen Abstecher wert und wer mag, kann sogar einen Geocache suchen (und im Gegensatz zu mir auch finden).

Wandern Alcúdia Talaia d'Alcúdia

Wenn ich zurückblicke, sehe ich den Weg, den ich gekommen bin.

Anfangs scheint die Wanderung recht unspektakulär – aber dann…

Weiter geht es bergauf. Der Weg ist immer noch breit und gut ausgebaut. Ich bin ein bisschen enttäuscht. Gehe ich hier etwas einen “Spazierweg” entlang? Einige mir entgegenkommende “Wanderer” tragen sogar FlipFlops. Ach was – ich lasse mich einfach überraschen. Die Aussicht ist ja schon mal der Hammer und je höher ich komme, umso besser wird sie. Und diese tollen Farben. Das blaue Meer, die vielen Grün- und Gelbtöne der Vegetation und die hellgrauen Felsen – einfach toll. Ich mache alle paar Meter ein Foto. Fragt nicht, wie lange ich gebraucht habe, um aus den 230 Bilder der Tour diese hier für den Blogpost auszuwählen.

 

Der Weg schlängelt sich am Berghang entlang aufwärts und ich habe einen tollen Blick über die Halbinsel in Richtung Cap Formentor

Das schöne an diesem Teil der Strecke ist, dass man von hier oben einen Blick über die gesamte Halbinsel hat und quasi vom Meer umgeben ist. Einfach atemberaubend dieser Rundumblick. Jetzt wird der Pfad auch immer schmaler und schlängelt sich aufwärts. Ich klettere den Berg hinauf und gelange schließlich an einen Wegweiser. Mein Track möchte mich geradeaus weiter in Richtung Puig des Bot schicken, aber ich wähle den kleinen Abstecher bis zum Gipfel des Talaia d’Alcúdia. Eine gute Entscheidung, das müsst ihr auf jeden Fall auch machen! Warum? Seht selbst, was es hier für eine atemberaubende Aussicht gibt:

Wandern in Alcúdia

Auf dem Gipfel des Thalia d’Alcúdia. Übrigens… die Wetterstation ist besetzt – ich wurde vom dort tätigen Mitarbeiter (und zwei Ziegen) freundlich begrüßt. Ich gucke zurück zum mallorcinischen Festland, sehe links Port d’Alcúdia, hinter dem Pfahl Alcúdia und rechts die Bucht von Pollença

Wandern AlcúdiaDer Gipfel ist “bewohnt” es gibt eine bemannte Wetterstation

Ich mache es mir oben an der Gipfelmarkierung gemütlich und gönne mir eine Pause. Unbeschreiblich schön hier. Perfekt, um sich hier länger aufzuhalten und die Seele baumeln zu lassen. Da ich aber noch nicht mal ein Drittel meiner heutigen Wanderung hinter mir habe, bleibe ich nur ein Viertelstündchen, gucke mir kurz noch die Ruinen ehemaliger Militäranlagen an und klettere dann wieder abwärts zurück auf den Track.

Weiter geht’s in Richtung Barrera des Coll Baix. An der Ermita de la Victòria bin ich gestartet.

Wanderung auf der Halbinsel Victoria bei Alcúdia

Auf dem Sattel des Coll de l’Engolidor entlang

Mein Weg führt mich über den Sattel des Coll de l’Engolidor bis zum 338 Meter hohen Puig des Boc. Die ganze Zeit genieße ich den wunderschönen Blick über das Tal und schaue mich immer wieder um. Höre ich da nicht ein paar andere Wanderer? Ach nee… eine Herde Zeigen grast gemütlich im Schatten eines Baumes. Die Tiere gucken neugierig, ignorieren mich aber weitestgehend.

Wandern auf der Halbinsel Victoria bei Alcúdia

Hier geht es hinauf zum Puig des Boc

Türkisfarbenes Wasser lädt zum Abkühlen ein… aber erstmal heißt es: Runter vom Berg

Als ich die Spitze des Puig des Boc erreiche und ich Richtung Osten runter aufs Meer schaue, staune ich nicht schlecht. Ich sehe eine türkisfarbene Traumbucht. Ein Blick auf meinen Track verrät mir, dass es sich um die Platja des Coll Baix handelt, eins meiner heutigen Etappenziele. Aber hey – bis zur Bucht muss ich mich erstmal an den Abstieg machen. Der ist recht steil und ich freue mich, nicht in die andere Richtung unterwegs zu sein. Hier hoch klettern? Nein danke :-).

Die Platja des Coll Baix bei meiner Wanderung bei Alcúdia

Sieht das nicht toll aus? Ich schaue vom Puig des Boc auf die einsam gelegene Platja des Coll Baix

Unten erreiche ich eine Art Rastplatz mit Schlagbaum und einem Hinweisschild zur Platja des Coll Baix. Den Weg in die Bucht kann man nur zu Fuß antreten und viele der Badegäste haben ihre Fahrräder hier abgestellt (die Autos müssen noch etwas weiter weg geparkt werden). Ich bin gespannt und wandere den schmalen Pfad entlang, der sich schließlich in steilen Kurven abwärts schlängelt. Hat mich mein Orientierungssinn verlassen oder bin ich tatsächlich an der Bucht vorbei gegangen? Die vielen fröhlich plaudernden Menschen, die mir mit Badetasche über der Schulter entgegenkommen, sprechen aber dafür, dass ich auf dem richtigen Weg bin.

Ich hätte nicht gedacht, dass der Weg zur Platja des Coll Baix eine solche Kletterpartie ist

Wandern bei Alcúdia

Ich klettere über die Felsen in Richtung Bucht

Als ich auf felsigen Grund komme, bleibe ich stehen, um mich zu orientieren. Das ist nicht deren Ernst, oder? Muss ich hier tatsächlich über die Felsen klettern? Den Weg erkenne ich nur daran, dass einige Stellen etwas sandiger sind als andere – hier muss es wohl langgehen. Die Bucht ist ein Traum. Einsam und idyllisch gelegen, grober Sand, türkisfarbenes Wasser und eine wunderbare Brandung, die mir bei meiner kurzen Badepause (packt auf jeden Fall Badesachen ein), die Beine wegzieht.

Ich fühle mich beobachtet

Ich mache es mir auf dem Handtuch gemütlich, gehe zweimal Schwimmen und amüsiere mich mit den anderen Gästen über die drei frechen Ziegen, die die Taschen nach Lebensmitteln untersuchen.

Ein paar Tage später kommen wir übrigens mit dem Boot nochmal wieder. Was ich während meiner Tour nicht wußte, ist, dass die Bucht ein Magnet für Leihboote ist. Bis ca. 16.00 Uhr ist es hier ziemlich voll. Gut, dass ich heute erst am frühen Nachmittag losgegangen bin und die Hobby-Kapitäne schon wieder weg sind. Aber ich konnte ein wunderbares Foto von der Kletterpartie bis in die Bucht machen:

Wandern

Wenn ihr genau guckt, seht ihr sogar ein paar Badefreunde auf dem Weg in die Platja des Coll Baix

Jede Pause endet einmal – schade

Wandern auf der Halbinsel bei Alcúdia

Über natürliche Steintreppen gelange ich ins Tal

Jetzt muss ich aber weiter. In der Bucht gibt es kein Handynetz und meine Lieben sind sicher schon besorgt, dass sie nichts von mir hören. Der Aufstieg ist recht beschwerlich, wird aber von zwei deutschen Ehepaaren “aufgelockert”, die auf der Suche nach der Platja des Coll Baix sind. Sie haben im Reiseführer von der Bucht gelesen und wollen ein bisschen Baden gehen. Ich rate ihnen, ein anderes Mal wieder zu kommen. Diesmal dann mit festem Schuhwerk. Um den Weg mit FlipFlops (oder kaputten Sandalen) zu bewältigen, sollte man schon trittfest sein.

Ich wandere vom Schlagbaum aus eine schlecht ausgebaute Straße entlang (hmm – das kommt mir hier aber sehr bekannt vor. Hier hat Albert uns doch nach unserer Wanderung zur Tropfsteinhöhle mit dem Wagen eingesammelt) und biege dann rechts ins Coll de ses Fontanelles ab.

Der Rückweg durchs Tal ist – im Vergleich zu den Höhen – recht unspektakulär

Das Tal verläuft am Fuße des Thalia d’Alcúdia entlang und ich quere in ihm die Halbinsel fast schnurgerade nach Westen. Ganz hinten ist schon das Meer zu sehen – da muss ich hin.

Langsam merke ich die zurückliegende Strecke in den Knochen. Der Weg durchs Tal ist recht steinig und eintönig. Mir fehlt die tolle Aussicht und ein bisschen sehnsüchtig blicke ich rechts den Hang hinauf zur Wetterstation. Vor zwei Stündchen war ich selber noch dort oben.

Wandern auf der Halbinsel bei Alcúdia

Das Meer vor Augen wandere ich durch das Coll de ses Fontanelles

Kurz vor der Ortsgrenze von Bonaire knickt der Pfad nach rechts ab und wird wieder etwas beschwerlicher. Bis zurück zum Startpunkt sind es zwar nur noch 2,5 Kilometer, aber die ziehen sich wie Kaugummi. Am Ende dann nochmal ein steiler Anstieg und ich stehe auf dem Parkplatz am Kloster Ermitá de la Victoria. Geschafft.

Fazit

Eine wunderschöne, abwechslungsreiche und anspruchsvolle Tour, die ich hier nicht vermutet hätte. Eine absolute Empfehlung meinerseits! Und packt die Badesachen ein – der Abstieg in die Bucht ist abenteuerlich und wunderschön.

Den Track zur Tour gibt es bei Outdooractive. An Geocaches gibt es auf der Strecke nicht viel. Nur den einen bei den drei Kreuzen: GC2GEBC.

Für die Statistik:

14,2 km
Höhenmeter: 805 m (nur Anstieg)
4 Stunden 45 Minuten in Bewegung
1 Stunde 48 Minuten Pause
3,0 km/h reine Gehzeit
2,2 km/h inkl. Pause

Das Höhenprofil der Tour

 

Wo man mich noch findet:

2 Kommentare

  1. Das sind ja so tolle Bilder, danke fürs Mitnehmen!
    Liebe Grüße!

  2. Arend van Dronkelaar

    Gleiche Tour bereits zwei mal gelaufen,
    Immer wieder faszinierend!
    Sehr schöne Aufnahmen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.