10 - 20 km Wandern Wandern in Nordrhein Westfalen

Vom Wasserschloss Türnich durch die Erftauen

Anläßlich meines Besuches beim Schloss Türnich (zu einem Walk & Talk mit Karin von bonngehtessen.de im Schlosspark) habe ich mir eine kleine Vormittagsrunde durch die Erftauen rausgesucht. Das ist ja das wunderbare an diesem “Wandern”. Egal wo man ist… in der Nähe gibt es immer etwas, was man zu Fuß erkunden kann.

Wandern entlang der Erft durch die Erftauen

Ich starte direkt am Schloss Türnich (wo man gut an der Straße parken kann) und erreiche schon nach wenigen Metern die Erft. Der Nebenfluss des Rheins wurde hier kanalisiert und verläuft schnurgerade. Genau wie der Fußweg daneben, auf dem ich dahin schlendere.

Ein bisschen schade, dass man durch die Erftauen auf einem Asphaltweg wandert

Wandern entlang der Erft durch die ErftauenDieser asphaltierte Weg ist nicht besonders reizvoll, die weitläufigen Wiesen der Erftauen* dafür aber umso mehr. Sie strömen eine wunderbare Ruhe aus, welche von der gerade verlaufenden Erft noch verstärkt wird. Wer nicht so gerne auf Asphalt läuft, nimmt den kleinen Pfad auf der anderen Seite des Flusses. Dafür müsst ihr sofort auf die andere Seite wechseln, sobald ihr nach Schloss Türnich die Erft erreicht – später gibt es keine Möglichkeit mehr, auf die andere Seite zu kommen. Ich habe den Weg dort leider zu spät gesehen und hatte dann keine Lust mehr, zurück zu gehen.

Wandern durch den Kerpener Bruch. Ein gewundener Pfad durch den Wald.An einer Brücke überquere ich schließlich die Erft und gelange in den Kerpener Bruch. Dieser ist eines der landesweit größten Hartholzauengebiete. Es vermittelt einen Eindruck davon, wie Wälder in unseren Flußauen einmal ausgesehen haben und ist dominiert von Eichen, Eschen und Ulmen. Ich überquere die “kleine Erft” (nicht zu verwechseln mit der “großen”, an der ich eben war) und gehe weiter durch das Waldgebiet bis ich wieder an der (großen) Erft bin.

Ich verlasse die Erftauen und wandere weiter Richtung Boisdorfer See

Dem Track weiter folgend komme ich an Gut Mödrath vorbei und habe ein Déjà-vu… hier bin ich doch schon mal gewesen. Richtig! Vor zwei oder drei Jahren war ich hier am Boisdorfer See mit Anja und ihren Jungs zum Cachen. Na, ein paar Tradis finde ich heute trotzdem noch.

Zwei Schwäne auf dem Boisdorfer See bei Kerpen

Ein Metallkreuz zur Erinnerung an BoisdorfIch umrunde den See, der übrigens entstanden ist, nachdem der ehemalige Kerpener Ortsteil Boisdorf 1975 dem Tagebau zum Opfer viel. Es handelt sich also um einen Tagebaurestsee… was es nicht alles für Wörter gibt, oder? Ein Kreuz am Wegrand erinnert an den alten Stadtteil. Der Weg um den See ist gut zu gehen und immer mal wieder gibt es kleine Pfade, die ans Ufer führen. Hier kann man gemütlich sitzen, den Blick über den See schweifen lassen und die hier “wohnenden” Wasservögel beobachten.

Kreuz auf dem Papsthügel am Marienfeld

Statue am Marienfeld. Einer der drei heiligen Könige.

Die Entstehung des Papsthügels auf dem Marienfeld ist spannend

Nach dem See ändert die Landschaft wieder ihr Gesicht und ich stehe vor dem Papsthügel auf dem Marienfeld. Dieser 2005 für den Weltkirchentag in 55 Tagen mit etwa 80.000 m³ Erde aufgeschüttete Hügel ist ca. 10 Meter hoch und der Dreikönigsweg führt hinauf.

Statue am Marienfeld. Einer der drei heiligen Könige.Er ist von drei Statuen flankiert, welche die drei heiligen Könige darstellen, die dem Stern von Bethlehem entgegen streben. Diesen findet man oben auf dem Plateau des Hügels. Das große hölzerne Kreuz dort steht nämlich inmitten eines achtstrahligen Sterns aus Stahl. Ich habe es ja nicht so mit der Kirche, aber die Symbolik ist gut umgesetzt.

Statue am Marienfeld. Einer der drei heiligen Könige.

Der Weg zurück nach Türnich ist nicht mehr so doll. Der führt über weitläufige und eintönige Felder zurück zur Hauptstraße, der ich bis zum Schloß folge.

Fazit

Schloß Türnich am Ende der Wanderung durch die Erftauen

Schloß Türnich

Alles in allem sind die gut 13 km eigentlich eine Runde der Veränderungen. Zum einen die Erftauen, deren Lebensbedingungen für Pflanzen und Tiere vom Wasserstand des Flusses abhängt. Und zum anderen Boirsdorf und Mödrath, die ehemaligen Stadtteile Kerpens, die in eine Seenlandschaft und das Marienfeld “verwandelt” wurden. Und natürlich auch die sich ständig ändere Natur, durch die dieser Weg den Wanderer führt. Besonders schön ist die Strecke übrigens für Vogelliebhaber. Von denen gab es nämlich einige zu sehen (also von den Vögeln, ich von den Vogelliebhabern): Graureiher, Teichhühner, Enten, Schwäne, Wildgänse und Krähen. Außerdem insgesamt 4 Rehe.

Ein Stück Kirschkuchen und eine Tasse KaffeeDen Track zur Runde könnt ihr euch hier runterladen. Und diesen Bericht zur Runde mit – wie immer – wunderbaren Fotos von “Fotografische Reisen und Wanderungen” empfehle ich euch ebenfalls zu lesen. Außerdem lohnt sich eine Kaffeepause im Schloss Café Türnich. #nomnom

Folgende Geocaches liegen auf dem Weg: GC529KJGC4Y8NZGC5KBNEGC53DGFGC51BCWGC51BFF und GC37A7K (letzterer ein T5 zum Abseilen… also eher nix für mich).

*kleiner Exkurs: Auen sind Uferlandschaften von Bächen bzw. Flüssen, die vom dynamischen Wechsel zwischen niedrigem und hohem Wasserstand geprägt sind. Sie werden also regelmässig für Tage oder gar Wochen überflutet (und wieder ausgetrocknet) und schaffen dadurch ständig neue Lebensbedingungen für Tiere und Pflanzen. Heute werden die Erftauen, aufgrund der Absenkung des Grundwasserspiegels für den Tagebau, allerdings nur noch selten überflutet.

Statistik Wanderung ErftaueFür die Statistik:

13,5 km
2 Stunde, 55 Minuten in Bewegung
11 Minuten Pause
4,6 km/h reine Gehzeit
4,3 km/h inkl. Pause

 

Wo man mich noch findet:

1 Kommentar

  1. Boah hömma

    Du bist ja fix unterwegs, da tun mir ja beim lesen die Füße weh. OK, ist ja recht flach.

    Das Schloss Café Türnich hätte ich ja sooooo gerne besucht, das war geschlossen, als ich dort war. Mal sehen, ob ich eine etwas attraktivere Runde finde, um es im renovierten Zustand erneut zu besuchen. Mir war da auch zu viel Hartbelag unter den Füßen.

    Vielen Dank für den Erwähnung und Verlinkung und ganz liebe Grüße
    Elke

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