10 - 20 km Wandern Wandern im Rheinland Wandern in Nordrhein Westfalen Wupperweg

Der Wupperweg von Leichlingen nach Leverkusen

Frühlingserwachen am Wupperweg

Der Frühling am Wupperweg

Der Wupperweg (Infos) verläuft etwa 125 km parallel zur Wupper. Von der Quelle bis zur Mündung in den Rhein, vorbei an spannender Industriegeschichte und durch abwechslungsreiche Landschaften. Ich habe den Weg schon länger auf meiner ToDo-Liste. Und dann haben mich gleich zwei Dinge dazu gebracht, die Etappe von Leichlingen bis nach Leverkusen zu gehen.

Manchmal braucht man einen guten Grund… oder zwei

Zum einen habe ich beim Stöbern im “Stadt, Land, Fluss”-Artikel auf ferngeweht.de gesehen, dass es noch keinen Beitrag zu einem Fluß mit “W” gibt. Das schreit doch geradezu nach einem Beitrag zur Wupper und dem Wupperweg. Außerdem habe ich beim Planen des Walk & Talks mit Yvonne von fernwehyvi.de erfahren, dass sie aus Bergisch Gladbach kommt. Auch hier passt der Wupperweg als Talkstrecke perfekt, den wir haben beide ungefähr die gleiche Anreisezeit. Gedacht, geplant… für den Anfang habe ich uns die letzte Etappe des Wanderweges ausgesucht. Also wandere ich mit Yvonne die gut 15 km von Leichlingen bis zur Wuppermündung in den Rhein.

Wupperweg im Vorster Wald

Los geht es in Leichlingen. Die kleine Stadt mit den rund 30.000 Einwohner ist bekannt für ihren Obstanbau. Natürlich gibt es dazu auch einen passenden Rundwanderweg – den Obstweg. Ich bin die etwa 10 km lange Strecke im letzten Jahr gegangen und werde heute nochmal an die schöne Tour erinnert. Im Stadtzentrum, wo wir heute unsere Etappe vom Wupperweg starten, haben Marc und ich nämlich 2016 ein leckeres Eis gegessen.

Der Wupperweg führt am Ufer der Wupper entlangJetzt aber los. Erst mal geht es ein gutes Stück durch Leichlingen, bis wir den Vorster Busch erreichen und durch den Wald weiterwandern. Wir plaudern, genießen das schöne Wetter und die Sonne, die immer wieder zwischen den Bäumen hindurch scheint. An einer Wegbiegung stehen wir plötzlich vor einer riesigen Toreinfahrt mit tollem Park und herrschaftlicher Auffahrt. Wir stehen vor Haus Vorst, was sich aber seit 2015 in Privatbesitz befindet und von uns daher nicht näher in Augenschein genommen werden kann. Wirklich schade, es sieht toll aus.

Pausenmöglichkeit im Waldcafé

Wir folgen dem Weg durch das Waldgebiet Hülser Busch, kommen unter der Bahnstrecke von Opladen nach Langenfeld hindurch (irgendwo hier in diesem engen Tunnel liegt auch ein Geocache… wir haben aber trotz ausgiebiger Suche nix gefunden) und erreichen ein kleines Häuschen. Erst denke ich schon “Ohh – wie klasse, hier mitten im Wald so ein süßes Ferienhäuschen…”, da sehen wir, dass es sich um eine kleine Gastwirtschaft handelt. Im Garten stehen Bierbänke und das Lokal ist – kein Wunder bei dem tollen Wetter – ganz gut besucht. Normalerweise wäre das Café Waldhaus Römer ein schöner Platz, um einen Kaffee zu trinken… für eine Pause sind wir aber noch nicht lange genug unterwegs und gehen daher weiter.

Hier auf Opladener Stadtgebiet führt uns der Weg auch endlich wieder an die Wupper. Yvonne und mir ist schon aufgefallen, dass der Wupperweg auf dieser Etappe doch auf einem Großteil der Strecke ohne direkten Sichtkontakt zu dem namensgebenden Fluß verläuft. Ich bin mal gespannt, wie das auf den anderen knapp 110 km ist – schließlich soll dies nicht meine letzte Etappe vom Wupperweg bleiben.

Auf dem Wupperweg von den Wiembachteichen zum Mühlengraben

Dort, wo der Wiembach in die Wupper mündet, überqueren wir auf einer Fußgängerbrücke den Fluß und gelangen in das Parkgelände der Wiembachteiche. Die beiden Teiche entstanden, als die Anwohner ein Damm gegen das Hochwasser gebaut haben. Die durch den Erdaushub entstandenen Gräben wurden damals einfach mit Wasser gefüllt und als Fischteiche genutzt. Heute wird der Park nur noch als Naherholungsgebiet in unmittelbarer Nähe des Opladener Centrums genutzt. Das merkt man auch, denn bei dem frühlingshaften Wetter ist es ziemlich voll hier.

Brücke über die Wupper auf dem Wupperweg

Fußgängerbrücke über die Wupper

Eine Fontäne am Wupperweg

Einer der beiden Wiembachteiche

Der Mühlengraben am Wupperweg

Wehr am Mühlengraben

Wir verlassen Opladen und wandern ein Stück einen Mühlengraben entlang. Das heute noch betriebene Graben- und Kanalsystem wurde zwischen 1839 und 1840 errichtet, um für die Reuschenberger Mühle ein 5 m Gefälle zu schaffen. Der gut erhaltene klassizistische Backsteinbau wurde ab 1847 als damals hochmoderne, turbinengetriebene Mahlmühle betrieben. Wir folgen dem Wupperweg und biegen kurz vor der Mühle in einer Schleife nach rechts ab, überqueren den Mühlengraben und wandern über ausgedehnte Auerwiesen dem Rhein entgegen.

Wupperweg und Neanderlandsteig

Sieht aus, als wäre ich hier bald nochmal… schließlich gibt es hier auch eine Etappe vom Neanderlandsteig

Auenwiesen Wupperweg

Jetzt noch ein Stück am Rhein entlang bis zum Auto

Leider kommen wir aufgrund des Hochwassers nicht ganz bis ans Rheinbett heran. Trotzdem gehen wir so weit es geht, ohne nasse Füße zu bekommen. Schließlich wollen wir sehen, wo die Wupper nach rund 115 Kilometern Flußlauf und 397 Metern Gefälle endet. Bei trockenem Wetter fließt sie übrigens mit rund 4.500 Litern Wasser pro Sekunde in den Rhein, bei starkem Regen können es aber sogar bis zu 180.000 Liter pro Sekunde werden. Vereinigt mit dem Wasser des Rheins fließt das Wupperwasser jetzt weiter in die Nordsee… während sich an ihrer Quelle schon wieder neues Wasser auf den Weg macht – von Marienheide-Börlinghausen bis hier nach Leverkusen.

Wupperweg Ende

Hier endet der Wupperweg für uns

Cafe Tjalk Freiheit Wupperweg

Café Freiheit

Und wir machen uns auch wieder auf den Weg. Schließlich sind es noch knapp zwei Kilometer bis zur Wacht am Rhein, wo unser Zielauto steht. Unterwegs genießen wir den schönen Blick über den Rhein und lassen uns die Sonne ins Gesicht scheinen. Es ist doch ziemlich windig, trotzdem ist die Promenade voll mit Menschen. Kennt ihr übrigens das Café Freiheit auf der Schiffsbrücke? In der Tjalk, einem der drei historischen Schiffe, die mit einem Steg zu einer schwimmenden Brücke verbunden sind, kann man sich mit allerlei Leckereien versorgen. Dann sucht man sich an Deck einen Platz und genießt die Aussicht. Wunderbar! Aber leider ist alles voll. Egal, ich werde es mir fürs nächste Mal merken.

Der Rhein hinterm Schilf

Mein Fazit zur Strecke: Sie ist abwechslungsreich aber nicht besonders spektakulär. Etwa die Hälfte der Wege führen über Asphalt und die ganze Tour ist recht stadtnah – was aber auch zu vermuten war. Trotzdem gibt es immer wieder Highlights, die einen dafür entschädigen. Die Strecke ist in beide Richtungen gut ausgeschildert, man kann sich also eigentlich nicht verlaufen.

Den Track für die Tour habe ich hier runtergeladen (hier Etappe 8 und 9). Außerdem liegen folgende Geocaches auf dem Weg: GC540Q0, GC533QN, GC533Q1, GC6309H, GC3JD47, GC3Y6F2 und GC4P9fK.

Garmin mit der Statistik vom WupperwegFür die Statistik:

16,5 km
3 Stunden, 54 Minuten in Bewegung
35 Minuten Pause
4,2 km/h reine Gehzeit
3,7 km/h inkl. Pause

Wo man mich noch findet:

2 Kommentare

  1. Danke für den schönen Beitrag zu meinem Stadt-Land-Fluss-Spiel – damit ist die Liste jetzt komplett! 🙂

  2. Pinkback: Stadt, Land, Fluss - die XXL-Runde | Ferngeweht

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