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Auf der Via Claudia Augusta von Nauders nach Reschen

Im Winter sind viele Wanderwege rund um Nauders (Info) und Reschen wegen Schnee und den befahrenen Skipisten gesperrt. Darum gibt es einen extra Flyer für Winterwanderwege, den ich im Touristenbüro bekommen habe. Nach meiner gestrigen Wanderung um den Reschensee habe ich mich heute für eine kurze Wanderung entschieden. Die 8 Kilometer Tour über die Via Claudia Augusta von Nauders nach Reschen hört sich interessant an. Und da Albert fürs Abendessen eh in den Supermarkt nach Nauders will, setzt er mich gleich dort ab. Noch ein schneller Kuss und ich mache mich zu Fuß auf den Rückweg.

Schloß Naudersberg

Vom Startpunkt aus habe ich einen schönen Blick auf Schloss Naudersberg, an dem ich wenige hundert Metern später vorbei komme. Ich gehe kurz zum Eingang hinauf. Leider ist das Schloss heute geschlossen. Aber von Juni bis September kann man hier Führungen machen. Immer Dienstags, Donnerstags und Sonntags.

Die Via Claudia Augusta wurde bereits 15 v. Chr. erbaut

Auf der Via Claudia Augusta in Richtung Talstation Nauders

Vor mir liegt die Talstation der Seilbahn Nauders

Kunst am Weg von Nauders zur Talstation

Blick zurück nach Nauders

Ich gehe zurück zum Track und wandere raus aus Nauders. Die Via Claudia Augusta, der ich in Richtung Reschen folge, wurde bereits im Jahr 15 v. Chr. von den Römern erbaut. Sie führt von der Adria und den Ebenen des Po über die Alpen bis hin zur Donau. Damals hauptsächlich zum Transport von militärischen Nachschub genutzt, ist die alte römische Straßen heute eine erfolgreiche touristische Route. Ich hab mir bei dem Namen allerdings etwas deutlich spannenderes vorgestellt. Zwischen Nauders und Reschen ist es einfach eine kleine, asphaltierte Nebenstraße.

Wenn Schnee liegt, verläuft der Weg übrigens parallel zur Langlauf-Loipe. Dieses Jahr ist es aber zu heiß dafür und mir begegnen nur andere Wanderer, Spaziergänger und Radfahrer. Ich wandere an der für die Saison 2015/16 neu gebauten Talstation der Seilbahn Nauders vorbei in Richtung Grenze. Man hat einen schönen Blick ins Tal und auf die umliegenden, schneebedeckten Berggipfel. Sogar die Skipisten kann man erkennen.

Der Grenzübergang bei Nauders liegt verlassen da

Das Zollamt

Weg nach Reschen verläuft über FelderAn der Grenze angekommen, wirkt alles ein bisschen wie in Lost Place. Wo früher Autofahrer kontrolliert wurden, ist heute alles verlassen. Das Zollamt ist allerdings noch in Betrieb – jedoch nur bis zur Mittagszeit. Jetzt ist hier wie ausgestorben. Meine Wanderung verläuft jetzt ein Stück an der Hauptstraße entlang, was recht doof ist. Ich empfehle euch hier, nicht an dem Zollgebäude vorbei zu gehen. Wenn ihr die Strecke wandern möchtest, bleibt einfach auf dem Radweg, bis der Track die Hauptstraße kreuzt.

Wassergräben durchschneiden die Landschaft

Sobald ich die Straße überquert habe, wird der Weg wieder deutlich schöner. Ich wandere über grüne Wiesen und Felder, kleine Wassergräben durchziehen die Landschaft und die Hauptstraße brummt nur noch in weiter Ferne. Landwirte arbeiten auf den Feldern und ein Hund springt über die Wiesen. Richtig idyllisch.

Wunderschöner Blick durch die Bäume

Wunderschöner Blick auf Reschen und den Reschensee

Kurz vor Reschen wandere ich explorativ weiter

Kurz nach dem Ortseingangsschild von Reschen weiche ich vom geplanten Weg ab. Ich sehe einen kleinen Pfad, der sich links in den Wald hinauf schlängelt. Der sieht mir sehr vielversprechend aus, zumal ich gleich am Anfang einen Bunkerausguck entdecke – wie cool. Der Weg war bisher zwar schön, aber doch recht eintönig. Meine Sinne verlangen nach Ablenkung und so gucke ich einfach mal, wo der Weg mich hinführt. Hach, was für ein herrlicher Blick erwartet mich schon nach wenigen Metern. Ich freue mich sehr, hier abgebogen zu sein, und gehe gespannt weiter.

Ein getarnter Bunkerausguck.

Getarnter Bunkerausguck

Die alten Bunker hier in der Grenzregion sind schon sehr spannend. Die Eingänge und Ausgucke sind mit künstlichen Felsen getarnt, die mich ein bisschen an einen Freizeitpark erinnern. Zum Glück machen wir in den nächsten Tagen eine Bunkerführung und ich werde etwas mehr über die Hintergründe erfahren. Heute mache ich nur ein paar Fotos und amüsiere ich über die Draht/Beton-Konstruktionen.

Bei Reschen entspringt der zweitlängste Fluß Italien – die Etsch

Der Weg wird immer schmaler und unwegsamer. Bin ich überhaupt noch richtig? Da sehe ich einen Wegweiser, der in Richtung Etschquelle weist. Sehr gut, da wollte ich die Tage sowieso noch mal hin. Dann kann ich das doch gleich jetzt erledigen. Ich folge also dem Hinweisschild durch den Wald, bringe ein paar Höhenmeter hinter mich und stehe dann vor der Etschquelle. Was sich hinter dieser Quelle für ein Geheimnis verbirgt, wo die Etsch wirklich entspringt und wie das Wasser hierher gelangt… von diesen ganzen Dingen weiß ich heute noch nichts (das werde ich erst bei der Bunkerführung erfahren). Ich genieße einfach diesen schönen Ort und das plätschernde Wasser.

Die Etschquelle

Die Etschquelle

Hier an der Quelle gibt es diverse Bänke – der ideale Pausenplatz. Ich gehe aber weiter. Schließlich weiß ich, dass ich nicht mehr weit vom Ziel meiner heutigen Tour entfernt bin. Das letzte Wegstück ist nochmal super schön. Es geht durch den Wald am Fels entlang. An einigen Stellen ist der Weg mit einem Geländer gesichert und der Ausblick ist phantastisch. Ich wandere noch an diversen Bunkerverstecken vorbei und erreiche schließlich den oberen Ortsrand von Reschen.

wunderschöner Blick auf den Reschenpass

*seufz

Fazit: Eine kleine und recht unspektakuläre Tour. Die Via Claudia Augusta kann man ganz gemütlich langspazierten. Empfehlenswert für zwei und mehr Personen, die plaudern wollen, ohne sich auf den Weg konzentrieren zu müssen. Der kleine Abstecher zur Etschquelle hat den Weg dann noch mal deutlich spannender gemacht.

Natürlich gibt es auch ein paar Caches auf der Strecke: GC6161W, GC2AMDA und GCPWKN. Außerdem die Bunker Mysteries: GC6WEW1GC6WDP7GC6WEV2GC6WEVBGC6WEVFGC6WEVM und GC6WEVT.

Für die Statistik:

8,5 km
232 Höhenmeter (nur Aufstieg)
1 Stunden 56 Minuten in Bewegung
12 Minuten Pause
4,4 km/h reine Gehzeit
4,0 km/h inkl. Pause

 

Das Höhenprofil der Tour

Wo man mich noch findet:

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