Die Wahner HeideBevor die Heideblüte in diesem Jahr vorbei ist, will ich mir die größten zusammenhängenden Calluna-Heiden der Wahner Heide (Website) auf der Fliegenberg-Tour unbedingt noch angucken. Für heute ist alles geplant und jetzt sagt die Wetter App meines Vertrauens 32°C voraus – da starte ich meine Runde wohl besser etwas früher als sonst. Der Wecker geht um 7.00 Uhr und gegen acht mache ich mich auf den Weg Richtung Troisdorf.

Gestartet wird vom Parkplatz Waldpark aus (denkt aber unbedingt dran, die Parkscheibe ins Auto zu legen – kostet sonst 10 Euro. Ich sag’s für eine Freundin *hüstel).

Vom Parkplatz gehe ich ein Stück bis in die Wahner Heide

Eingangstor in die Wahner HeideErst führt mich der Track ein kleines Stück die Straße rauf, am Schützenhaus vorbei (liebe Geocacher… hier startet ein Mini-Multi, der auf der Runde wunderbar zu loggen ist), über den Mauspfad rüber und hinein ins Waldgebiet der Wahner Heide. Ein Schildermeer empfängt mich… Info-, Warn- und Hinweisschilder noch und nöcher – ich staune und trete ein.

Die Eremitage in der Wahner Heide

Ich folge der Strecke durch ein schönes, dichtes Waldstück zur Eremitage. Hier findet man eine etwa 15 Millionen Jahre alten Quarzitplatte, die der 1670 errichteten Kapelle (der Eremitage) als Fundament gedient hat. Die Kapelle selber wurde 1833 im Auftrag des Kölner Erzbischof abgerissen, der dem wilden Treiben der dort wohnenden Brüder ein Ende zu setzen wollte. Interessiert begehe ich die Platte und lese die Infotafeln (ähm – ach ja… und löse den hier platzierten Earthcache). Ich erfahre auch, dass man hier auf dem Ravensberg die ältesten Nachweise von Menschen im Gebiet der Wahner Heide fand. Bereits  zwischen den Jahren 200 000 und 180 000 v. Chr. hatten Jäger und Sammler hier ihren Werkstattplatz. Ob sie sich den hier auf der Quarzitplatte eingerichtet hatten? Spannende Vorstellung.

Der Leyenweiher in der Wahner Heide
Wegmarkierung in der Wahner HeideWunderschön, wie abwechslungsreich es hier ist

Jetzt aber weiter. Ich bleibe im Wald, folge den gut sichtbaren Streckenmarkierungen und komme am Leyenweiher vorbei. Wirklich schön hier. In Gedanken vertieft gehe ich weiter, biege am See rechts ab, dann links und nochmal links… gehe und gehe… und komme mir auf einmal vor wie im Spanien- oder Italien-Urlaub. Es duftet nach Fichtenharz, der Boden ist sandig und die Sonne gibt alles, um diesen Eindruck zu verstärken. Traumhaft. Allerdings sehe ich schon länger keine Fliegenbergtour-Markierungen mehr. Seltsam. Ein Blick auf das GPS-Gerät sagt mir, woran das liegt. Seit knapp einem Kilometer bin ich total off. Super. Also zurück marsch marsch… aber schön war es schon hier.

Sandige Wiese in der Wahner Heide

Ist das noch Deutschland? #urlaubsfeeling

Die blühende Wahner HeideZurück auf dem Track geht es weiter durch den 250 Jahre alte Hainsimsen-Buchenwald und einige Höhenmeter den Güldenberg hinauf und hinunter. Schließlich wird der Boden erneut sandig und ich erreiche wieder das offene Heideland. Eine traumhafte Landschaft. Man muss es gesehen haben! Ich empfehle, ein bisschen auf dem Fliegenberg zu verweilen und ihn über die kleinen Wege und Pfade zu erkunden. Sie verlaufen kreuz und quer durch die Heide. Bestimmt ein riesen Spaß für die ganze Familie. Ich aber bleibe heute auf dem Track und folge ihm weiter hinauf bis zum Aussichtspunkt, überquere die Altenrather Straße an der Bushaltestelle “Wahner Heide Fliegenberg” und gehe auf der anderen Seite über den Parkplatz in Richtung Telegraphenberg. Tipp: Wer nicht vor hat, weit zu wandern, kann wunderbar bis hier mit dem Bus oder dem Wagen fahren und die Heide auf beiden Seiten der Straße erkunden.

Die wunderschön blühende Wahner Heide

Die Wahner Heide erstreckt sich über eine wirklich große Fläche

Erst denke ich, dass es jetzt, wo ich die Straße überquert habe, wohl vorbei ist mit der Wahner Heide… aber weit gefehlt. Nach wenigen Metern bin ich wieder mittendrin. Wunderschöne offene, weite Landschaften voll lila Heide sorgen dafür, dass ich mich zufrieden im Kreis drehe und den Blick schweifen lasse. Empfehlung: Wenn der Track euch nach dem Tausendfüssler links und dann wieder links am Waldrand hochführen will, wählt für die 2. Abbiegung einen Weg vorher durch die Heide – nicht den am Waldrand. Ihr habt von dort aus einen wunderschönen Rundblick.

Ein Weg durch die Wahner Heide

Der Tausendfüßler in der Wahner Heide

Tausendfüßler

Leider ist es von hier nur noch ein kurzes Stück und ich bin schon wieder am Auto. Viel zu kurz die Runde *jammer. Aber es gibt ja noch diverse andere Touren hier – also ich komme wieder. Wer kommt mit?

Zusammenfassung: Eine wirklich schöne Runde durch schattigen Wald und lila Heide. Wer die Heide blühen sehen möchte, kommt im August… aber auch in den anderen Monaten ist die Tour sicherlich empfehlenswert.

Den Track zur Tour kann man hier runterladen. Und die Geocacher unter euch können folgende Dosen auf dem Weg bzw. in seiner Nähe mitnehmen: GC1D6CEGC3VECTGC64ANJGC6503BGC2F1K0 und GC6RC1B.

Statistik Wahner HeideFür die Statistik:

12,3 km (ähmm… sollten laut runtergeladenem Track eigentlich 8,4 sein *grins)
2 Stunde, 54 Minuten in Bewegung
14 Minuten Pause
4,2 km/h reine Gehzeit
3,9 km/h inkl. Pause

Wo man mich noch findet:

1 Kommentar

  1. Es lohnt sich auch, vor (!) Sonnenaufgang auf den Telegraphenberg zu gehen, um die Wahner Heide bei Sonnenaufgang zu erleben. Ein wenig Timing und das richtige Wetter (z.B. leichter Frühnebel über der Heide) vorausgesetzt, wird man mit tollen Motiven belohnt. Diese Fotostrecke habe ich Ende Juni schießen können, nachdem es tags zuvor kräftig geregnet hatte und somit mit Morgennebel zu rechnen war: https://pictourist.de/2016/06/26/morgenstund/
    Zu so früher Stunde begegnet man keiner Menschenseele. Allerdings muss man damit rechnen, dass einem ein paar Rehe begegnen 😉

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