bis 10 km Wandern Wandern in Rheinland Pfalz

Große Geierlayschleife – die Geierlay von oben und unten

Die Hängeseilbrücke Geierlay (Website) ist 360 m lang und bis zu 100 m hoch. Eine ganze schöne Herausforderung für jemanden mit Höhenangst. Kein Wunder, dass ich ein bisschen Muffensausen habe, als wir unseren Wagen am Besucherzentrum in Mörsdorf abstellen. Albert und ich haben uns, auf dem Weg zum SHS Wandermarathon, für diesen Abstecher in den Hunsrück entschieden. Die Geierlay wollen wir uns schon lange mal angucken, und heute ist die perfekte Gelegenheit dazu.

Die Geierlayschleife ist ein schöner Rundweg über die Hängebrücke

Natürlich habe ich gleich nach einer kleinen Wanderung geguckt, um nicht einfach “nur” zur Brücke und zurück zu gehen. Viel Zeit haben wir nicht, da passt die ca. 6 km lange Geierlayschleife perfekt. Sie startet und endet am Besucherzentrum und ist gut ausgeschildert.

Über Felder wandern wir zur Geierlay Hängebrücke

Der Weg zur Brücke führt über Felder

Obwohl die Geierlay seit der Eröffnung der Titan RT im Harz nicht mehr die längste Fußgängerhängeseilbrücke Deutschlands (oder Europas) ist, ist sie trotzdem noch ein sehr großes Publikumsmagnet für die Region. Kein Wunder, der Zutritt ist kostenlos und die ganze Region einen Besuch wert. Auch heute sind die Parkplätze voll. Eine Ausschilderung bis zur Brücke wäre eigentlich gar nicht nötig, man folgt einfach nur den anderen Spaziergängern und Wanderern… ein bisschen wie bei den Lemmingen, nur dass wir am Ende nicht in den Abgrund springen, sondern über ihm dahinwanern. Wenn man die Brücke für sich alleine haben will, dann muss man schon früh morgens oder in der Woche oder bei Regen hier sein. An einem Samstag Mittag ist also nichts anderes zu erwarten.

Jutta Westphal auf der Geierlay Hängebrücke

Auf der Brücke

Und plötzlich stehen wir auf der Geierlay

Als die Brücke in unser Blickfeld gelangt, ist sie schon ein ziemlich beeindruckender Anblick. Mir rutscht das Herz eine Etage tiefer… immerhin ist Höhe nicht ganz so mein Element. Aber was soll’s. Das Abenteuer ruft und ich freue mich schon auf ein bisschen Nervenkitzel. Noch schnell ein Foto vom Rand aus schießen und dann rüber auf die die andere Seite.

Auf der Brücke kann man sehr gut gehen und sie ist breit genug, um bequem an den entgegenkommenden Besuchern vorbei zu gehen. Sie schwankt auch nur minimal, das habe ich mir deutlich “wilder” vorgestellt. Trotzdem umklammere ich anfangs “sicherheitshalber” noch den Handlauf. Gemütlich schlendern wir bis zur Mitte der Brücke, machen immer wieder Fotos und freuen uns darüber, wie mutig wir sind. Die Aussicht ist überwiegend grün. Bäume wohin man blickt… auch der Mörsdorfer Bach unten im Tal lässt sich nur erahnen.

Die Geierlay Hängebrücke

Die Brücke von der Sosberger Seite aus

Womit wir gar nicht gerechnet haben: es ist ganz schön anstrengend über die Brücke zu gehen. Aber eigentlich ist es ja klar, da die Brücke “durchhängt” und es ab der Hälfte leicht aufwärts geht. Egal, wir genießen den Weg und amüsieren uns über die anderen Besucher: Familien mit Selfie-Stick, Wandergruppen, Jugendliche mit Flip-Flops und begeisterte Rentner. Die Geierlay begeistert alle Generationen.

Am anderen Ende der Brücke halten wir nach der Beschilderung für die Geierlayschleife Ausschau und werden schnell fündig. Der Weg führt uns nach links bergabwärts in den Wald. Ach ja… die Brücke verläuft ja bis zu 100 m oberhalb des Bodens. Wenn man eine Schleife läuft, die nur einmal über die Brücke führt, dann muss man auf dem Rückweg das Mörsdorfer Bachtal durchwandern. Albert schaut nicht besonders begeistert. Aber abgemacht ist abgemacht und er fügt sich in sein Schicksal.

Unter der Geierlay verläuft der Saar-Hunsrück-Steig

Der Wanderweg rund um die GeierlayIm Vergleich zu der recht vollen Brücke, ist der Rundwanderweg wenig besucht. Vereinzelt kommt uns zwar mal jemand entgegen, aber eigentlich sind wir überwiegend allein unterwegs. Am Anfang führ uns die Geierlayschleife erstmal ein ganzes Stück südöstlich am Hang entlang und sogar wieder aufwärts, bis wir im Tal auf den Saar-Hunsrück-Steig stoßen. Die Etappe 11 des Fernwanderweges verläuft unter der Geierlay durchs Bachtal und wir folgen ihm nach links zurück in Richtung Mörsdorf.

Die Geierlay von unten

Der Weg hier unten entlang ist wirklich toll und ich freue mich, dass wir den Schwenk gemacht haben. Der Bach plätschert, die Vögel zwitschern und der anfangs breite Wanderweg bekommt Steig-Charakter. Eine kleine Passage ist sogar durch ein Seil gesichert. Als Albert (ziemlich laut) niesen muss und die Besucher oben auf der Brücke fröhlich “Gesundheit” rufen, merken wir, wie toll das Tal den Schall verstärkt. Schon lustig, wenn man 100 Meter über sie die Leute lachen hört.

Beim Anstieg zurück nach Mörsdorf kommen wir ganz schön ins Schwitzen

Wir genießen den Weg im idyllischen Bachtal. Nachdem wir eine kleine Brücke überquert haben, geht es einen schnurgeraden Weg aufwärts. Puh – ganz schön anstrengend… und der Weg scheint kein Ende zu nehmen. Als wir oben aus dem Wald treten, sind wir ganz schön verschwitzt und außer Atem. Die anderen Besucher schauen uns ängstlich an. So anstrengend ist ein Besuch der Hängeseilbrücke? Natürlich beruhigen wir sie und berichten, dass man, um die Geierlay zu besuchen, keine Höhenmeter überwinden muss. Die Geierlayschleife durchs Tal muss man ja nicht machen, aber man kann. Uns hat sie auf jeden Fall sehr gut gefallen.

Nach dem Mösbachtal führt die Geierlayschleife wieder aufwärts

Ab hier geht es aufwärts

Fazit: Die Geierlay ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Wer sich nicht rüber traut, der kann auch von den Aussichtsbänken am Rand den Anblick der Brücke genießen. Und wer sich doch traut, der wird sich wundern, wie wenig sie schwankt. Die Geierlayschleife ist ein schöner kleiner Rundweg, der einem ein bisschen mehr von der Umgebung zeigt. Wer einen ganzen Tag Zeit hat, der findet noch diverse andere Rundwege mit unterschiedlichen Längen.

Cachen kann man an der Geierlay natürlich auch, was wir aber nicht gemacht haben. Hier für euch die Dosen am Rand unserer Tour: GC64699, GC646EV, GC5QG9A, GC646DK, GC66HVX und GC646D0. Hier liegen aber noch deutlich mehr Caches. Es lohnt sich also ggfs. ein Blick auf geocaching.com. Den Track habe ich euch bei Outdooraktive hochgeladen – die unterschiedlichen, bereits online verfügbaren Daten führen alle über einen etwas anderen Weg.

Für die Statistik:

7,7 km
302 Höhenmeter (nur Anstieg)
2 Stunden 05 Minuten in Bewegung
13 Minuten Pause
3,7 km/h reine Gehzeit
3,3 km/h inkl. Pause

 

Das Höhenprofil der Tour

Wo man mich noch findet:

2 Kommentare

  1. Hey, wow, ich habe ja solche Höhenangst, über die Brücke hätte mich keiner gekriegt.
    Liebe Grüße!

  2. Hallo,

    bin gerade am überlegen, ob ich die Wanderung mache und dabei auf euren Bericht gestoßen. Werde es wohl tun, aber wie ihr schon schreibt, nicht in der Maintime oder ich steh ganz früh auf, für einen schönen Sonnenaufgang.
    Danke für den Bericht, war sehr hilfreich 😉
    Mad

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